Frieden durch Gerechtigkeit in Palästina und Israel
Wir unterstützen die Arbeit von Kairos Palästina und Sabeel, die von
palästinensischen Christen im „Heiligen Land“ gegründeten ökumenischen
Bewegungen für eine palästinensische Befreiungstheologie die den
Glauben und das Leben stärkt.
Wir teilen den Auftrag die Stimmen der palästinensischen Christen zu verstärken,
mit den Friedensstiftern aller Religionen zusammen zu arbeiten, die für die
Unterdrückten einstehen und einen gerechten Frieden in Palästina und Israel
fördern.
Wir wenden uns gegen jede Verzerrung der Bibel und Theologien, die zu
Rassismus, Antisemitismus und Islamophobie führen und zu einer Legitimation
einer „Landnahme“ der „Sünde der Besatzung“. Wir missbilligen alle
Gewalttätigkeiten, ob begangen von Staaten, Personen, oder Gruppen.
Wir organisieren Veranstaltungen und gewaltlose Kampagnen die Gerechtigkeit
und Frieden, sowohl für Palästinenser, als auch Israelis fördern.
Worte für jeden Tag
für Dich und ein
Geschenk
Völkerrecht und Menschenrechte einhalten
„Alle Menschen sind nach dem Bild Gottes geschaffen, gleichberechtigt und unendlich kostbar
vor Gott und uns. Jesus Christus hat uns durch sein Leben, seinen Tod und seine Auferstehung
miteinander verbunden, so dass das, was einen betrifft, uns alle betrifft“. ÖRK Erklärung 2018
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Offener Brief an die Bundesregierung der Bundesrepublik Deutschland
Betr.: die deutsche Israelpolitik „Es ist bereits 5 nach 12“
Sehr geehrter Herr Bundeskanzler Merz,
sehr geehrter Herr Vizekanzler Klingbeil,
sehr geehrter Herr Bundesaußenminister Wadephul
Seit fast 20 Jahren setzen wir, das Kairos-Sabeel-Palästina-Solidaritätsnetz in
Deutschland, uns für einen gerechten Frieden in Israel und Palästina, mit Sabeel, dem
ökumenischen Zentrum für palästinensische Befreiungstheologie in Jerusalem und der
Initiative christlicher Palästinenser*-innen Kairos Palästina, mit Sitz in Bethlehem, ein.
In Deutschland sind wir im Koordinationskreis KoPI mit 39 bundesweit und regional
arbeitende Friedens-, Menschenrechts- und Solidaritätsgruppen vernetzt.
Sie wissen ja genau, wie sich die Lage im Westjordanland in Ost-Jerusalem und Gaza
zunehmend zum Leidwesen der dort lebenden Menschen verschlechtert. Die UNO ist
alarmiert ber die Eskalation der Gewalt gegen die palästinensische Zivilbevölkerung.
Zahlreiche palästinensische Akteure rufen die internationale Gemeinschaft aufs Neue zu
konkreten Handlungen auf. Die Lage im Gazastreifen ist nach wie vor katastrophal. An
Informationen mangelt es uns nicht. Nicht zuletzt haben Menschenrechtsorganisationen,
Wissenschaftler und Politiker diese Katastrophe im Nahen Osten, die nun seit 80 Jahren
währt, beschrieben und bestätigt! Die ständig weitere Zuspitzung der Völkerrechtsver-
brechen Israels war uns ist nur möglich, weil diese von USA und Europa seit 1948
hingenommen werden, dazu gehört auch Deutschland.
Was fehlt, sind wirksame konkrete Reaktionen durch die Bundesrepublik
Deutschland und der EU!
Umfang und Charakter der israelischen Militäroperationen und jüdischen Siedler gegen
Palästinenser – und nicht erst seit dem 7. Oktober 2023, wie der Herr Bundeskanzler
fälschlicher weise behauptet hat – sowie langjährige Politiken und Praktiken in von Israel
besetzten palästinensischen Gebieten, darunter tödliche Gewalt gegen die Zivilbevöl-
kerung, diskriminierende Rechtsbehandlung und die Rhetorik von Regierungsmit-
gliedern, die auf die Vertreibung abzielt, verletzen die grundlegendsten Rechte der
Palästinenser. Seit Jahren haben UN-Behörden und international hoch angesehene
Menschenrechtsorganisationen unzählige Belege für gezielte Ermordungen, Folter,
willkürliche Bombardierungen, Kollektivstrafen und Zwangsumsiedlungen gesammelt
und öffentlich gemacht. Diese erdrückende Faktenlage erfordert von jedem Staat, der
sich zur Einhaltung des humanitären Völkerrechts und der Menschenrechte bekennt, ein
entschiedenes Handeln.
Es reicht nicht aus, rassistische und menschenverachtende Politiker wie Ben-Gvir
und Bezalel Smotrich zu sanktionieren. Die Bunderegierung muss u.a. mit dem
EU-Rat für Auswärtige Angelegenheiten im Oktober sich der Mehrheit der EU-
Mitglied-staaten anzuschließen: Denn nur koordiniertes, völkerrechtlich fundiertes
Vorgehen beendet die Straflosigkeit und schafft Raum für politische Lösungen.
Deutschlands rechtliche und politische Verpflichtungen sind eindeutig. Artikel 25 des
Grundgesetzes räumt dem Völkerrecht Vorrang ein, wie auch Völkerrechtler*innen
hervorheben. Die Mitgliedschaft in der EU und in internationalen Institutionen basiert auf
der Einhaltung der regelbasierten Ordnung. Wenn Deutschland Maßnahmen der EU zur
Durchsetzung des Völker- und Europarechts ablehnt oder behindert, untergräbt es die
Rechtsordnung, die Stabilität Europas sowie die Sicherheit Deutschlands selbst. Ein
solches Vorgehen stellt jene regelbasierte Ordnung infrage. Spätestens seit dem IGH-
Gutachten von 2024 wäre der deutsche Staat verpflichtet gewesen, alles zu tun, um die
völkerrechtswidrige Besatzung zu beenden.
Es macht die deutsche Außenpolitik zu einem Paradebeispiel für Doppelmoral:
Einerseits wird Russland für den Einmarsch in die Ukraine – vollkommen zu Recht –
scharf verurteilt und mit weitreichenden Strafmaßnahmen überzogen, andererseits wird
Nachsicht geübt, wenn glaubwürdige Belege israelische Politiker und Soldaten mit
Kriegsverbrechen gegen Palästinenser in Verbindung bringen. Eine solche Heuchelei hat
dem internationalem Ansehen Deutschlands bereits geschadet und befeuert im In- und
Ausland falsche Narrative. Auch Merkels Staatsräson-Doktrin kann die historisch
bedingte moralische Verpflichtung Deutschlands, nicht als Freibrief für eine israelische
Regierung verstehen.
Wir fordern Sie daher dringlich auf, sowohl die Praxis der deutschen Politik im bilateralen
Verhältnis zu Israel als auch hinsichtlich Deutschlands Vorgehen auf EU- und
multilateraler Ebene zu verändern. Darunter gehören:
- sofortige Aussetzung des EU-Assoziierungsabkommens gemäß der Menschenrechts-
klausel in diesem Vertrag, weil zwei Drittel der Wirtschaft Israels auf deren Verbindung
mit EU-Ländern beruht und damit die israelische Wirtschaft zusammenbrechen und
Israel zur Einhaltung des Völkerrechts gezwungen wrde.
- sofortige Beendigung der militärischen und geheimdienstlichen Zusammenarbeit und
aller Waffenlieferungen.
- Kündigung des von Innenminister Dobrindt abgeschlossenen Vertrags zur deutschen
Verwendung israelischer Überwachungssysteme.
Die Bundesregierung darf nicht länger israelische Rechtsverstöße als Angelegenheiten
nur im unkritischen Dialog mit Tel Aviv behandeln.
27. August 2026
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